Wir übernehmen Verantwortung für den Schutz der Menschen in Sportvereinen, besonders von Kindern und Jugendlichen. Zudem haben wir uns zum Ziel gesetzt, verstärkt auf die Wahrung der Bedürfnisse und Interessen aller Geschlechter im Sport zu achten.

Wir sehen es als Pflicht und große Chance an, alles in unserer Möglichkeit stehende zu tun, um unseren Vereinen, unseren Mitgliedern und vor allem auch unseren Trainer*innen Informationen zur Prävention von sexualisierten Übergriffen sowie Maßnahmen bei Verdachtsfällen in die Hand zu geben. Gemeinsam wollen wir versuchen, den Sport in den Vereinen frei von Übergriffen zu halten.

Kinderschutz - Vorschläge und Hilfestellungen für Vereine

Was kann ich im Verein tun, um Kinder vor Gewalt zu schützen?

  • Kinder- und Jugendschutz im Ehrenkodex festsetzen und diesen von Trainer*innen und Mitarbeiter*innen unterzeichnen lassen (Beispiel: 100% Sport Verhaltenskodex: VERHALTENSKODEX_Stand-2022.pdf)
  • Vorlage eines erweiterten Strafregisterauszuges für die Kinder- und Jugendfürsorge: Sollten betroffene Mitarbeiter*innen Bedenken haben – keine Sorge: Dinge wie Strafzettel für Falschparken, überhöhte Geschwindigkeit o.ä. sind darin nicht aufgeführt. Nur Gerichtsverfahren, bei denen es zu einer Verurteilung „gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung und damit zusammenhängende Einträge wie gerichtliche Tätigkeitsverbote“ kam.
  • Absolvierung des Safe Sport Online Kurses: https://safesport.at/academy/e-learning/
  • Wertschätzende Kommunikation
  • Konstruktives Feedback: „Kritik“ auf Bewegungsausführung und -technik bezogen, positive Kritik, d.h. Hinweise, wie Athlet*in ihre Technik verbessern kann, anstatt, was sie falsch gemacht hat; keine Kritik an Person, Aussehen, Eigenschaften etc.
  • Keine zweideutigen oder sexualisierten Aussagen, keine abschätzenden Bemerkungen
  • Ermutigen der Athlet*innen, zu sagen, wenn sie etwas brauchen oder ihnen etwas negativ auffällt
  • Athlet*innen in Entscheidungsprozesse einbinden (partizipative Sportausübung)
  • Gleichbehandlung aller Athlet*innen – keine Bevorzugung oder Ignorieren einzelner
  • Transparente Kommunikation: keine privaten Nachrichten auf Whatsapp etc.
  • Fragen/Bedenken der Kinder ernst nehmen
  • Organisation und Umsetzung von Workshops
  • Forderung laufender Weiterbildungen für Trainer*innen, regelmäßiger Vorweis des Strafregisterauszugs und erweiterten Strafregisterauszugs
  • Getrennte Umkleiden männlich/weiblich und Trainer*innen/Athlet*innen – Trainer*innen ziehen sich nicht gemeinsam mit Athlet*innen um
  • Eltern und andere Bezugspersonen warten außerhalb der Umkleideräume
  • Aufsichtspersonen betreten Umkleiden nur im absoluten Notfall und schützen dabei bestmöglich die Privatsphäre der Athlet*innen (anklopfen, bitten etwas überziehen etc.)
  • 6 – Augen Prinzip: Bei Trainingseinheiten oder Besprechungen sind mindestens 3 Personen anwesend, es gibt keine Einzeltrainings
  • Athlet*innen werden nach dem Training nicht vom Trainer/der Trainerin heimgefahren
  • Keine Privatgeschenke an bzw. Vergünstigungen für einzelne Athlet*innen
  • Keine privaten Einladungen des/der Trainer*in an Athlet*innen
  • Für Sportarten in denen Sicherungs- und Hilfestellungen notwendig sind: Aufklärung der Sportler*innen, wobei und wo die Hilfestellung erfolgt (Rücken, Arm etc.) und welche Tabuzonen es gibt.
  • Sensibles Reagieren darauf, wie Kinder bei Hilfestellung reagieren. Entziehen sie sich der Berührung ist diese evtl. unangenehm, hier nachfragen (z.B. Brauchst du/Möchtest du Hilfestellung?) oder andere Hilfsmittel, Methoden oder akustische Signale verwenden

Vertrauensstellen bei Verdachtsfällen

Vera* – Die Vertrauensstelle gegen Belästigung und Gewalt in Kunst, Kultur und Sport.

Die Vertrauensstelle wird von zwei unabhängigen Vereinen aus den Kompetenzbereichen Kunst und Kultur sowie Sport betrieben. Ziel ist, dass Künstler*innen, Kulturarbeiter*innen und Sportler*innen ihre Fähigkeiten gewaltfrei und sicher ausleben und entwickeln können. vera* unterstützt Betroffene bei Belästigungs- und Gewalterfahrung, zeigt ihnen Handlungsmöglichkeiten auf und begleitet sie bei den nächsten Schritten. 

Vertrauensstelle Sport: 

Die Vertrauensstelle für den Sport wird vom Fachbereich SAFE SPORT (Verein 100% Sport) betrieben.

Wer kann sich an die Vertrauensstelle Sport wenden?

  • Sportler*innen und Betroffene von Belästigung und Gewalt im Sport, egal ob organisierter Breiten-, Leistungs- oder Spitzensport
  • Haupt- und ehrenamtlich tätige Personen (Trainer*innen, Betreuer*innen, Schiedsrichter*innen, Vertrauenspersonen, etc.)
  • Erziehungsberechtigte, die Fragen zu einem Vorfall oder einem Verdacht haben, oder selbst Betroffene von Belästigung oder Gewalt im Sport sind.

Quelle: vera-vertrauensstelle.at

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (Kija) ist eine weisungsfreie Einrichtung des Landes Tirol. Die KiJA Tirol setzt sich parteilich für die Rechte und Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 0 bis 21 Jahren in Tirol ein.

Das Angebot der Kija ist vertraulich, kostenlos und anonym. 

Hier findet man Information über rechtliche Infos für Kinder und Jugendliche, Unterstützung zu Kinderschutzkonzepten sowie Gewaltschutz.

Quelle: tirol.gv.at/gesellschaft-soziales/kija-tirol/ 

Ansprechpersonen beim ASVÖ Tirol:

Mag. Petra Gabrielli
vizepraesidentinpg@asvoetirol.at
0699-19092392

Kathrin Hafner, BA
k.hafner@asvoe.tirol
0650-6257227

Weitere hilfreiche Links:

Grenzverletzendes Verhalten, Übergriffe und Gewalt können überall dort passieren, wo Erwachsene mit Kindern leben oder arbeiten – Qualitätsstandards und ein Kinderschutzkonzept sind für Organisationen, die mit Kindern arbeiten, unerlässlich.

Die Plattform Kinderschutzkonzepte ist eine Service-Seite für Organisationen und Einrichtungen zum Thema Kinderschutzkonzepte. Hier gibt es neben einem Tutorial zur Anleitung, Musterdokumente und viele andere Informationen rund um das Thema Kinderschutz.

Quelle: schutzkonzepte.at

Mit den SAFE SPORT Services möchte 100% SPORT haupt- und ehrenamtliche Funktionär*innen, Trainer*innen, Sportler*innen und Erziehungsberechtigte unterstützen und somit dazu beitragen, ein sicheres und inklusives Sportumfeld zu schaffen.

Die Serviceleistungen von SAFE SPORT beinhalten:

Sensibilisierung

Beratung

Vernetzung

Quelle: safesport.at