Nächster Schritt für die „Tägliche Bewegungseinheit“

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Evaluierung abgeschlossen – Vorschlag für Grobkonzept Ministern vorgelegt  

Alarmierend! Derzeit bewegen sich nur 20% der österreichischen Kinder und Jugendlichen 60 Minuten täglich, vier Fünftel der Kinder erreichen diese Bewegungsempfehlungen der WHO nicht. Um mehr Bewegung in den Alltag von Kindern und Jugendlichen zu bringen, startete das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern des organsierten Sports im September 2020 einen Prozess zur Weiterentwicklung der „täglichen Bewegungseinheit“.

In der Folge beauftragte Bildungsminister Heinz Faßmann die Bundes-Sportorganisation „Sport Austria“, unter Einbindung des Bundesministeriums für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport sowie des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Maßnahmen zur Unterstützung der täglichen Bewegungseinheit zu entwickeln.

Mit Oktober 2020 ist ein Projektteam, bestehend aus Sport Austria, dem Sportministerium sowie dem Bildungsministerium etabliert worden, das bis dato mehr als 30 Sondierungsgespräche und Workshops mit ca. 70 Stakeholdern aus den wichtigsten Sport-, Bildungs- und Gesundheitsinstitutionen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene geführt hat. In diesem breiten Prozess wurde einerseits der Status-Quo des bisherigen Angebots und andererseits die Vorschläge der verschiedenen Stakeholder zur Etablierung der täglichen Bewegungseinheit im Pflichtschulalter erhoben.

Die Wichtigkeit und Notwendigkeit von mehr Bewegung wurde von allen Stakeholdern einhellig betont, wenngleich es durchaus unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der konkreten Umsetzung gibt. Das Projektteam hat aus den unterschiedlichen möglichen Umsetzungsideen – unter Einbeziehung zahlreicher nationaler und internationaler Studien auch unter Einbindung des Gesundheitsministeriums – einen konkreten Vorschlag für ein Umsetzungsszenario erstellt: Der Vorschlag basiert auf einem „3-Säulen-Modell“, das am Dienstag dem Sportminister und dem Bildungsminister präsentiert wurde.

Dieses „3-Säulen-Modell“ sieht vor, Kindern und Jugendlichen vor allem im Umfeld von Kindergärten und Schulen ausreichende Bewegungsangebote zu bieten.

Im Wesentlichen werden

  • zusätzliche gesundheitsfördernde Bewegungsangebote außerhalb des Unterrichts und
  • auf den individuellen Bedarf der Schüler/innen abgestimmte Angebote im Unterricht Bewegung und Sport sowie generell
  • eine stärkere Verankerung von Bewegung als Bildungsprinzip im Alltag von Schulen und Kindergärten

in diesem Umsetzungsvorschlag miteinander verbunden.

Maßgebend für die Umsetzung des „3-Säulen-Modells“ ist eine „Bewegungsoffensive“, die nicht allein für den Bildungsbereich gilt, sondern breit ausgerollt werden soll. Denn Bewegungsmangel ist ein großer Risikofaktor, der zu großen gesundheitlichen und auch volkswirtschaftlichen Schäden führt.

Für die Koordination und Qualitätssicherung wird nach internationalem Vorbild eine zentrale Stelle eingerichtet. In dieser sollen die Aktivitäten aus Sport, Bildung und Gesundheit von Bund, Ländern und Städten/Gemeinden zusammengeführt werden.

Sport Austria-Präsident Hans Niessl: „Gerade Sport und Bewegung tragen wesentlich dazu bei, dass das Immunsystem gestärkt wird, dass insbesondere Kinder und Jugendliche gesund bleiben und auch in der Schule leistungsfähiger werden. Das sagt auch die WHO. Deshalb ist gerade in einer Phase, in der wir das Coronavirus hoffentlich dauerhaft in den Griff bekommen, der richtige Zeitpunkt, um den nächsten Schritt zur Ausrollung der täglichen Sport- und Bewegungseinheit zu setzen. Wir kennen die Kollateralschäden, die die Pandemie im physischen wie im psychischen Bereich verursacht hat. Deshalb freut es mich besonders, dass bereits mit dem kommenden Schuljahr mit der Umsetzung begonnen wird. Österreichs Coaches stehen unterstützend bereit, um dieses historische Projekt endlich in die Tat umsetzen zu können. Wichtig ist außerdem, dass es eine begleitende „Bewegungsoffensive“ geben wird, die nicht nur auf Kinder und Jugendliche abzielt, sondern die gesamte Gesellschaft auf die präventive Wirkung von Sport und Bewegung aufmerksam machen soll. Das ist eine Investition in die Gesundheit, die dem Staat Krankheitskosten spart und dem Einzelnen qualitative Lebenszeit bringt.“

Bildungsminister Heinz Faßmann: „Wir haben nun einen guten Überblick über das Bewegungsverhalten der Kinder und Jugendlichen. Durch die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Sportministerium und Sport Austria sind wir dabei, ein Modell zu entwickeln, das Bewegung über Bewegungsinterventionen in den Schulalltag integriert und besonders jene Kinder erreicht, die gezielt Bewegungsförderung benötigen. Wir planen, bereits im nächsten Schuljahr in ausgewählten Regionen zu starten, in denen die ersten Säulen der täglichen Einheit umgesetzt und evaluiert werden. Ich freue mich, dass nach so vielen Jahren Bewegung in das Thema gekommen ist.“

Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler: „Wir wissen, wie wichtig tägliches Bewegen für uns alle ist. Leider schränkte die Pandemie manche dieser Bewegungsmöglichkeiten ein und die Freude an der Bewegung unserer Jüngsten wurde geschmälert. Jeder weitere Euro, der in die Bewegungskultur jetzt eingebracht wird, ist ein Investment für eine gesündere Zukunft. Der Zugang von Bewegungscoaches zu Schulen und Unterricht hat sich gut etabliert. Es wäre daher wünschenswert, die Kapazitäten der entsprechenden Ausbildungsmöglichkeiten zu erweitern und die Zahl der Absolventinnen und Absolventen zu erhöhen. Trainerinnen und Trainer mit hochwertiger Ausbildung in den Bereichen Trainingslehre und Pädagogik sind die Grundlage für eine breite Ausrollung der täglichen Bewegungseinheit.“

Foto: BMKÖS/HBF/Laura Heinschink

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